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Erfolgreiche Kooperation zwischen Unimarkt Gruppe und Streuobstwerkstatt

Landwirtschaft und Handel auf Augenhöhe: Mehrwert für die Region und Natur

Oberösterreich ist mit 1,2 Millionen Streuobstbäumen auf rund 15.000 Hektar Fläche das Streuobst-Bundesland Nummer eins. Die Obstgärten rund um die Bauernhöfe sind prägend für das  Landschaftsbild in allen vier Vierteln des Landes. Für viele Pflanzen- und Tierarten sind die oft extensiv bewirtschafteten Flächen ein wichtiger Lebensraum. „Was wäre Oberösterreich ohne seine mächtigen Birnbäume und vielfältigen Obstgärten? Die beständige Pflege durch die Bäuerinnen und Bauern ist maßgeblich für die üppige Blüte im Frühjahr. Langfristig wird aber entscheidend sein, dass die Früchte der Streuobstwiesen auch gewinnbringend vermarktet werden können. Dazu braucht es natürlich auch entsprechende Absatzwege im Lebensmitteleinzelhandel. Die heute vorgestellte Kooperation zeigt vor, wie es gehen kann und alle Seiten, von der Landwirtschaft über den Handel bis hin zu den KonsumentInnen dabei gewinnen. Unimarkt und die Streuobstwerkstatt stärken die regionale Wertschöpfung und ermöglichen es den KonsumentInnen, mit ihrer Kaufentscheidung unsere schöne Kulturlandschaft zu erhalten“, so Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger: „Die österreichische Landwirtschaft hat durch den beständigen Einsatz seiner Bäuerinnen und Bauern eine Vorbildfunktion in Sachen naturnahe Bewirtschaftung. Unser Zukunftsprozess Zukunft Landwirtschaft 2030 hat aber klar gezeigt, dass nur ein Zusammenspiel von KonsumentInnen, Landwirtschaft, Politik und Medien diese Entwicklung auch in Zukunft ermöglicht. Das wird besonders bei den Streuobstwiesen sichtbar. Aufgrund der arbeitsintensiven Pflege müssen die entstehenden Produkte auch einen entsprechenden Preis haben. Dann können derartige bäuerliche Naturjuwele auch langfristig gesichert werden.“ Im langjährigen Schnitt werden in Oberösterreich rund 110.000 Tonnen Streuobst geklaubt. Verarbeitet wird dieses zum Großteil zu Saft, aber auch zu Bränden und zu rund 3,5 Millionen Liter Most. Mit der Direktvermarktung von Most beschäftigen sich 379 Betriebe in Oberösterreich. Für den Eigenbedarf produzieren jedoch noch weit mehr bäuerliche Betriebe.

Land der Streuobstwiesen

Streuobstwiesen sind eine der vielfältigsten Lebensräume, beherbergen bis zu 5.000 verschiedenen Tier- und Pflanzenarten sowie zahlreiche vom Aussterben bedrohte Obstsorten und sind daher ein Hotspot für Biodiversität. „Es hat daher oberste Priorität, die noch verbleibenden Obstbäume zu schützen, das Obst zu nützen und Wertschöpfung für die Landwirte, die Streuobstwiesen bewirtschaften, zu generieren“, erklärt Andreas Panhuber, Inhaber der Streuobstwerkstatt und Leiter der Initiative „Streuobstwiesen Schützen & Nützen“.

Die Notwendigkeit dieser Initiative wird durch folgende Faktoren unterstrichen: Von den ca. 3.000 Obstsorten in Österreich sind mittlerweile eine Vielzahl in ihrem Bestand bedroht. Besonders gefährdet sind alte, oft nur regional verbreitete Sorten. Auch sind mittlerweile schon rund 2/3 aller Fluginsekten und 1/3 der Brutvögel verschwunden. Vor 1960 gab es in Österreich noch ca. 35 Mio. großkronige Obstbäume. Heute sind nur mehr ca. 4,5 Mio. Bäume vorhanden und der Rückgang hält an. Die Streuobstbäume sind oft überaltert, in einem schlechten Zustand, wenig gepflegt und es fehlt an Nachpflanzungen.

Um diesen Aspekten entgegenzuwirken ist es wichtig zu handeln um die Biodiversität, den Naturschutz und die kleinstrukturierte Landwirtschaft zu unterstützen. „Dafür brauchen wir starke Partner an unserer Seite, wie die Unimarkt Gruppe. Denn durch die exklusive Zusammenarbeit mit dem regionalen Lebensmittelhändler konnte innerhalb eines Jahres, ein neuer Vertriebsweg entwickelt werden, speziell für Landwirte aus Oberösterreich die Streuobstwiesen bewirtschaften, pflegen und immer wieder neue Bäume ansetzen. Diese Kooperation kann als Best Practice Beispiel angesehen werden, wie Landwirtschaft und Handel in Oberösterreich auf Augenhöhe funktionieren kann“, so Panhuber.

Hand in Hand für die Erhaltung der Streuobstwiesen

„Die Streuobstwerkstatt ist ein junges Unternehmen, welches es sich zum Ziel gesetzt hat, gemeinsam mit regionalen Landwirtinnen aus Oberösterreich den Biodiversitäts-Hotspot Streuobstwiese nachhaltig zu fördern und zu erhalten“, erklärt Andreas Panhuber. Um diese Zielsetzung zu erreichen, werden Landwirte die Streuobstwiesen bewirtschaften, durch die Streuobstwerkstatt unterstützt. Bedeutet, Produkte von aktuell elf Landwirten aus OÖ, werden unter der Bio-Premium Marke Streuobstwerkstatt vertrieben. „Wir garantieren dabei, dass die Produkte aus zertifizierter biologischer Landwirtschaft bzw. Produktion kommen, in jedem Produkt ist Obst von der Streuobstwiese drinnen (mit Ausnahme von Honig) und bei allen Produkten ist der regionale Hersteller angeführt, denn jeder Konsument hat das Recht zu wissen, wo die Produkte hergestellt werden“, so Panhuber.

Das Projekt „Streuobstwerkstatt“ startete im Herbst 2019. „Wir waren von Beginn an ein großer Befürworter dieses Projekts und haben die Streuobstwerkstatt auch laufend unterstützt. Wir sind daher auch sehr stolz darauf als einziger Lebensmittelhändler die hochwertigen Qualitätsprodukte in unseren Regalen anbieten zu können“, so Knöbl. Diese zusätzliche Wertschöpfung für „Streuobstwiesen-Erhalter“, stellt einfach und direkt sicher, dass der Erhalt der Biodiversität in Oberösterreich gefördert wird. Folgende Betriebe sind aktuell Partner der Streuobstwerkstatt: Hilde Gattermaier aus Zell an der Pram (Saft & Essig),  Evelyne Ledermüller/ Obstweide aus Waldneukirchen (Dörrobst), Christa Reitinger aus Zell an der Pram (Kirschen für Schokolade), Familie Jungmeir aus Alkoven (Walnüsse für Schokolade),  Apfelwerkstatt aus Zell an der Pram (Äpfel für Schokolade), Elisabeth Lanzer aus Ennsberg (Honig von Streuobstwiesen), Michaela Aufreiter aus Alberndorf (Tee), Martin Mayer aus Meggenhofen (Schokolade mit Rohstoff von der Streuobstwiese), Imkerei Knaak aus Gaspoltshofen (Fruchtmus mit Honig), Apfelhof Stögermayr aus Litzlfeld (Cider & Frizzante) und auch Norbert & Eva Eder aus Tragwein (Most & Saft), die ihre Streuobstwiesen mit Leidenschaft bewirtschaften wie Eva Eder erklärt:

„Wir pressen die Äpfel und Birnen von über 80 Bio-LandwirtInnen aus unserer Umgebung und veredeln sie zu Saft, Most, Essig und anderen Genussmomenten weiter. Dadurch geben wir dem Streuobst einen Wert und ermöglichen den Erhalt dieser wichtigen Natur- und Kulturlandschaft. Dafür ist es aber notwendig auf die Gegebenheiten der Natur Rücksicht zu nehmen und jährliche Schwankungen durch unterschiedliche Erntemengen akzeptiert werden. Bei einer Partnerschaft auf Augenhöhe zwischen Handel und Landwirtschaft, so wie in diesem Beispiel mit der Unimarkt-Gruppe, funktioniert das zum Wohle aller Beteiligten, wenn auch der Konsument noch mit macht.“

ENeben dem Vertrieb der Bio-Handelsmarke „Streuobstwerkstatt und der Unterstützung der Landwirte, fördert die Unimarkt Gruppe auch noch weitere Projekte zum Schutz der Streuobstwiesen. So wurde z.B. im Jahr 2020 gemeinsam mit der Streuobstwerkstatt eine Baumpflanzaktion mit 125 Hochstamm-Obstbäumen durchgeführt und 2021 wird gerade ein Projekt entwickelt, welches den Baumschnitt und Düngung von alten Obstbäumen (50-100-jährige Baumriesen) flächendeckend möglich macht.

„Finanziert wird dieses Projekt durch den Verkauf des sogenannten „Streuobstwiesen-Kistl“ bzw. dazugehörende Obstbaum-Patenschaften. Denn nur durch die Zusammenarbeit mit Firmen und Einzelpersonen können Baumpflanzaktionen und Baumpflege-Maßnahmen in der Praxis umgesetzt und finanziert werden“, erklärt Panhuber. Und Knöbl ergänzt: „Im Zentrum dabei steht auch die Bewusstseinsbildung für das Thema „Streuobstwiese & Naturschutz“ bei einer breiten Bevölkerung. Wir haben die Fläche und das Netzwerk um diese wichtigen Themen gezielt zu kommunizieren und unsere Kundinnen und Kunden sowie Partner durch gezielte Maßnahmen zu nachhaltigem Handeln zu motivieren.“ Welche Bedeutung solche Aktionen haben, zeigt auch folgender Fakt: Ein ausgewachsener Obstbaum in der Streuobstwiese, speichert in seinem Leben ca. 1 Tonne CO2. Ein wichtiger Beitrag hinsichtlich Reduzierung des Treibhauseffekts.

Unimarkt Gruppe: Nachhaltigkeit als wichtige Säule

Schon seit vielen Jahren setzt der regionale Lebensmittelhändler viele Maßnahmen im Bereich der Nachhaltigkeit und fördert einen positiven Umgang mit Energien und sonstigen Ressourcen. So ist die Unimarkt Gruppe neben vielen anderen Maßnahmen seit 2018 auch CO2-neutral. Auch die Bio-Eigenmarke Natürlich für uns ist CO2-neutral und war die erste 100 %ige klimaneutrale Biomarke im Lebensmitteleinzelhandel. Auch mit der neuen Preis-Leistungsmarke UNIpur geht die Unimarkt Gruppe einen großen Schritt Richtung Zukunft, denn UNIpur wird als erste Preis-Leistungsmarke im LEH komplett CO2-neutral hergestellt. Ganz aktuell ist die Kooperation zwischen Unimarkt und der App „Too Good To Go“ um eine weitere Maßnahme gegen Lebensmittelverschwendung zu setzen. Laufende Maßnahmen, wie die Aktion „Sparen ab dem 1. Stück“ oder Kooperationen mit SOMA und Foodsharing-Initiativen werden natürlich fortgesetzt.

Außerdem folgt die Unimarkt Gruppe den Sustainable Development Goals, kurz SDG´s, für ein noch nachhaltigeres Arbeiten im Unternehmensalltag. „Wir lassen gerade ein SDG-Screening durchführen um auch hier noch gezielte Maßnahmen setzen zu können“, erklärt Knöbl. Und ergänzt: „Selbst Maßnahmen zu setzen ist eine Sache, wir wissen aber auch wie wichtig es ist, die Relevanz dieser Thematik intern und extern weiter zu stärken, weshalb wir die allianz für umwelt & klima gegründet haben. Die allianz für umwelt & klima ist ein Zusammenschluss verantwortungsbewusster Unternehmen, die freiwillig Verantwortung für den Klimaschutz übernehmen. Damit bietet die Unimarkt Gruppe eine Plattform um das Engagement von Unternehmen im Klima- und Umweltschutz aufzugreifen und zu fördern. „Wir zählen schon einige motivierte Partner, mit denen wir in guter Zusammenarbeit stehen, wollen dies aber zukünftig noch weiter forcieren um die allianz für umwelt & klima laufend auszubauen“, so Knöbl. Überhaupt möchte die Unimarkt Gruppe in den nächsten Jahren verstärkt auf die Zusammenarbeit mit CO2-neutralen Betrieben setzen.

Weitere Ziele liegen im Vorantreiben nachhaltiger Verpackungsalternativen, die Erhöhung der Mehrwegquote auf 30 % in den nächsten Jahren sowie die Forcierung von Produkten aus Österreich. Weiters soll der Regionalitäts- bzw. Lokalitätsanteil gesteigert werden und das Thema Tierwohl noch mehr in den Mittelpunkt rücken. Auch bei den Standorten steht die nachhaltigere Ausrichtung ganz klar im Vordergrund. „So wird bei allen Umbauten und Modernisierung auf nachhaltige Alternativen geachtet, in Photovoltaik-Anlagen investiert und auf effiziente Kühlanlagentechniken gesetzt. Auch sind wir gerade dabei immer mehr E-Tankstellen bei unseren Standorten zu installieren, in den nächsten fünf Jahren sollen es rund 50 Stück werden“, erklärt Knöbl. Und ergänzt noch: „Für uns ist Nachhaltigkeit keine Marketing-Floskel, sondern gelebter Alltag. Obwohl wir schon viel tun, lernen wir auch immer wieder dazu und haben daher immer ein offenes Ohr für neue Aktivitäten und Maßnahmen um uns weiterzuentwickeln und noch stärker zu engagieren, denn nur gemeinsam können wir einen wertvollen Beitrag für unsere Zukunft leisten.“